Liebe Eltern, liebe Paare, liebe Individualist*innen,
jeder redet vom Homeoffice, überall gibt es Tipps und Anregungen wie die Arbeit zuhause optimal funktionieren kann.
Also alles toll bei den Anderen – nur Du hast das Gefühl, bei Dir funktioniert es nicht. Denn Deine Kinder streiten sich ständig, Dir platzt der Kragen und die Stimmung ist im Keller. Wohlmöglich bist Du den Tränen nahe. Auf jeden Fall: Arbeitsfluss geht anders.

Mit dem Gefühl – und dieser Realität ¬– bist du nicht allein. Es ist eine hohe Anforderung an alle Beteiligten, sich an den gemeinsamen Corona: „Bleibt Zuhause-Alltag!“ zu gewöhnen und ihn hinzubekommen.
Eine besondere Herausforderung erleben Eltern von Geschwistern. Die können sich zwar einerseits miteinander beschäftigen, andererseits kracht es mitunter ständig zwischen ihnen.

Geschwisterstreit wichtig für die Entwicklung
Grundsätzlich ist Geschwisterstreit eine für die Entwicklung wichtige Herausforderung. Hier lernen Kinder, sich durchsetzen. Sie lernen zu verlieren, üben, Frustrationen zu meistern und ja, sie haben beim Streiten auch Spaß.
Nur wir als Eltern können das jetzt gar nicht gebrauchen, der Lärmpegel bringt uns zum Wahnsinn.
Was tun?
– Erstmal daran denken, dass Streit normal ist und dazu gehört. Das löst die eigene Anspannung
– Mit den Kindern Spielregeln für Streitereien besprechen. Z.B. bestimmte Schimpfwörter nicht zu benutzen, nicht zu beißen, nicht zu hauen …
Es gibt Streitsituation, die man nicht einfach laufen lassen kann. Gerade bei kleinen Kindern und bei Geschwistern mit zu großem Altersunterschied muss aber sichergestellt werden, dass es nicht zu Verletzungen kommt, da sind wir als Eltern gefordert, einzugreifen.

Was erreichen Kinder mit ihrem Streit?
Es hilft, zu beobachten, wann der Streit auftritt und was Deine Kinder jeweils damit erreichen. Was ist ihr Gewinn in der Situation? Dass Mama oder Papa sich im Kinderzimmer sehen lassen? Dass es eine Portion Extraaufmerksamkeit gibt? Oder Süßigkeiten? Einen Film schauen zu dürfen?
Vielleicht ist es ein guter Zeitpunkt, jetzt erstmal gemeinsam das Haus zu verlassen und mit dem Fahrrad eine kleine Tour zu machen, um den Block zu joggen oder Vergleichbares, um sich auszupowern.
So kommt man auch nicht zum Arbeiten, aber besser jetzt eine Einheit Kinderzeit, als dass die Streitigkeiten den ganzen Tag weitergehen.

Es geht nicht darum, wer schuld ist
Die Frage nach dem Schuldigen ist nicht wichtig. Statt sie zu klären, geht es darum, den Streit Eurer Kinder ernst zu nehmen. Tröstet beide bzw. alle Kinder. Wir als Eltern neigen dazu, den Schuldigen zu suchen und in der Regel machen wir den Älteren verantwortlich und vergessen dabei, dass auch die Jüngeren provozieren können.
Fragt Eure Kinder, was sie sich bei dem Konflikt von Euch als Eltern wünschen und sucht gemeinsam nach einer Lösung.
Diese Lösung, etwa, dass ein Kind das gemeinsame Kinderzimmer mal eine Stunde allein für sich haben darf, oder ein bestimmtes Spiel gespielt wird, mit dem anderen Elternteil zusammen gekocht wird, ist dann vielleicht genau die Zeit, die Ihr für Eure Arbeit im Homeoffice braucht.

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