Liebe Eltern, liebe Paare, liebe Individualist*innen,

dachten wir alle, Klopapier wäre die Mangelware der Zeit, wissen wir jetzt, die Mangelware heißt: Umarmung. Ums Klopapier müssen wir uns nicht sorgen, es wird ständig nachgeliefert. 

Gestern wurde die Kontaktsperre verlängert, immerhin aber dürfen kleinere Geschäfte ab Montag wieder öffnen. Was bleibt, ist das Abstandsgebot von 1,5 Metern, zwischen allen, die keine Familie oder Partner*innen sind.  

Das Dumme ist, wir können ab Montag wieder mehr konsumieren, aber das, was viele von uns am Dringendsten brauchen, gibt es dort nicht: Umarmung.

Falls Du kleine Kinder hast, ist ja eine Kuscheleinheit gegeben, für Eltern mit „Pubertieren“ ist eine Umarmung eher ein Wunder. Was bedeutet, viele kommen in Punkto Körperkontakt momentan zu kurz. Zumal bei vielen von uns, die Stimmung mit dem Partner, der Partnerin sowieso nicht so ist, dass man sich umarmen möchte. 

Auch ich als Beraterin komme da an meine Grenzen. Denn, was soll ich sagen?!? Außer anzuerkennen, was ist: Es ist traurig und ich kenne die Sehnsucht nach Umarmung. Und auch  den Wunsch, die 1, 5 Meter zu durchbrechen und mein Gegenüber in den Arm zu nehmen. Und natürlich kenne ich das blöde Gefühl, es nicht tun zu dürfen, wenn der andere gerade traurig ist.

Leider kann ich keine Lösung anbieten. Ich kann nur sagen, ja, es ist ein Bedürfnis von uns, in den Arm genommen zu werden, von Partner*innen, Freund*innen, manchmal von Arbeitskolleg*innen oder Nachbar*innen.

Wie normal und selbstverständlich war das vor Corona… Vielleicht hilft es aber zu wissen, Du bist nicht allein mit dem Wunsch. Vielleicht hilft es zu wissen, dass diese Zeit vorbei geht und vielleicht hilft es auch, sich selbst mal feste in den Arm zunehmen – vielleicht hilft es ein kleines bisschen!

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